Bier · Erklärung

Was bedeutet IBU bei Bier?

IBU steht für International Bitterness Units. Es ist ein Laborwert, der angibt, wie viele bittere Hopfenstoffe, vor allem Iso-Alphasäuren, im Bier enthalten sind. Eine Probe wird angesäuert, mit einem Lösungsmittel geschüttelt und bei 275 Nanometern gemessen; diese Absorption mal fünfzig ergibt die IBU. Ein helles Lager liegt um 8 bis 12, ein American IPA bei 40 bis 70.

Kurz gesagt

Das Wichtigste in Zahlen

Ausgeschrieben International Bitterness Units
Was gemessen wird Iso-Alphasäuren, die umgewandelten Bitterstoffe aus dem Hopfen
Messmethode Lichtabsorption bei 275 Nanometern, multipliziert mit 50
American Light Lager 8 bis 12 IBU
Weissbier 8 bis 15 IBU
German Pils 22 bis 40 IBU
American IPA 40 bis 70 IBU
Double IPA 60 bis 100 IBU

Was genau misst eine IBU?

Eine IBU misst die Menge an Iso-Alphasäuren im Bier, den Bitterstoffen, die entstehen, wenn Alphasäuren aus dem Hopfen beim Kochen der Würze ihre Form ändern.

Bei der Labormessung wird eine Bierprobe angesäuert und mit einem Lösungsmittel geschüttelt. Die Säure setzt die Iso-Alphasäuren frei, das Lösungsmittel nimmt sie auf.

Von diesem Lösungsmittel wird die Lichtabsorption bei 275 Nanometern gemessen. Dieser Wert mal fünfzig ergibt die IBU.

Welche IBU-Werte gehören zu welchem Bierstil?

Die Stilrichtlinien des Beer Judge Certification Program von 2021 geben je Stil einen Bereich an: American Light Lager 8 bis 12, German Pils 22 bis 40, American IPA 40 bis 70.

Weitere Bereiche aus denselben Richtlinien: Weissbier 8 bis 15, Czech Premium Pale Lager 30 bis 45, Imperial Stout 50 bis 90 und Double IPA 60 bis 100.

Ein Bereich ist keine Vorschrift, sondern eine Beschreibung dessen, was Verkoster bei diesem Stil erwarten.

Warum schmeckt ein Bier mit viel IBU manchmal nicht bitter?

Malz und Restzucker überdecken Bitterkeit. Ein Imperial Stout mit 50 bis 90 IBU kann voller und süßer wirken als ein German Pils mit 30 IBU und viel weniger Restzucker.

Das Verhältnis von Bitterkeit und Körper bestimmt den Eindruck, nicht die einzelne Zahl. Zwei Biere mit derselben IBU können deshalb völlig unterschiedlich wirken.

In einem Übersichtsartikel in Molecules aus dem Jahr 2023 stellen die Autoren fest, dass die übliche IBU-Messung bei hopfengestopften Bieren kein guter Indikator für die wahrgenommene Bitterkeit ist.

Bedeutet eine hohe IBU, dass ein Bier extrem bitter ist?

Nein. Über hundert sagt die Zahl wenig, denn die Messung bei 275 Nanometern erfasst auch Stoffe, die nicht aus der Umwandlung von Hopfensäuren stammen.

Humulinone und Hulupone, Oxidationsprodukte der Hopfensäuren, werden in derselben Messung miterfasst. In sensorischen Untersuchungen erwiesen sie sich als zu 66 Prozent bzw. 84 Prozent so bitter wie Iso-Alphasäuren.

Die höchsten Bereiche in den Richtlinien von 2021 enden bei 100 IBU: Double IPA 60 bis 100 und American Barleywine 50 bis 100. Eine höhere Zahl auf einem Etikett ist eine Angabe des Brauers, keine Stilnorm.

Woher kommt die Bitterkeit im Bier?

Hopfen liefert Alphasäuren. Beim Kochen der Würze wandeln sie sich in Iso-Alphasäuren um, und gerade diese Form löst sich gut im Bier und gibt den bitteren Geschmack.

Je länger der Hopfen mitkocht, desto mehr Alphasäuren werden umgewandelt. Hopfen, der erst nach dem Kochen zugegeben wird, Hopfenstopfen, liefert vor allem Duft und kaum zusätzliche Iso-Alphasäuren.

Eine Übersicht in BrewingScience aus dem Jahr 2014 setzt die Wahrnehmungsschwelle für Bitterkeit in Wasser bei etwa 6 Milligramm pro Liter an.

Aus dem Laden in Bathmen

IPA im Geschäft in Bathmen

Im Geschäft in Bathmen stehen 54 IPAs von 29 verschiedenen Marken aus 9 Ländern. Der Alkoholgehalt reicht von 0,2% bis 9,2%.

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Kurze Antwort

Kurze Antworten auf verwandte Fragen

Welcher Bierstil hat die höchste IBU?
Von den gängigen Stilen liegt Double IPA am höchsten: 60 bis 100 IBU. American Barleywine reicht bis zur selben Obergrenze.
Steht IBU immer auf dem Etikett?
Nein. IBU gehört nicht zu den Pflichtangaben auf dem Etikett nach der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Brauer geben es freiwillig an.
Verändert sich die IBU, wenn Bier altert?
Ja. Iso-Alphasäuren bauen sich langsam ab, auch im Dunkeln. Ein altes Bier misst deshalb weniger als bei der Abfüllung.
Misst IBU auch die Bitterkeit von hopfengestopftem Bier?
Nicht gut. Laut einer Übersicht in Molecules aus dem Jahr 2023 sagt die übliche IBU-Messung die wahrgenommene Bitterkeit hopfengestopfter Biere schlecht voraus.

Begründung

Quellen

  1. How is IBU measured?, Office for Science and Society, McGill University (abgerufen am 4. September 2026)
  2. 2021 Beer Style Guidelines, 21A American IPA, Beer Judge Certification Program (abgerufen am 4. September 2026)
  3. Effects of Dry-Hopping on Beer Chemistry and Sensory Properties, Molecules 28(18):6648, MDPI, 2023 (abgerufen am 4. September 2026)

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