Likör · Erklärung

Was ist Schnaps?

Schnaps ist ein umgangssprachliches deutsches Wort für Hochprozentiges und keine geschützte Kategorie. Die Verordnung (EU) 2019/787 kennt das Wort nicht. Die so bezeichneten Flaschen fallen rechtlich unter Obstdestillat mit mindestens 37,5 Volumenprozent, unter Korn oder Kornbrand mit mindestens 32 beziehungsweise 37,5 Volumenprozent oder unter Likör mit mindestens 15 Volumenprozent und mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter.

Kurz gesagt

Das Wichtigste in Zahlen

Rechtlicher Status Schnaps kommt in Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787 nicht vor und ist keine gesetzliche Bezeichnung
Fruchtdestillat Mindestens 37,5 Volumenprozent Alkohol
Obstler Obstdestillat, dessen Maische zu mindestens 85 Prozent aus Äpfeln, Birnen oder beidem stammt
Getreidedestillat Mindestens 35 Volumenprozent, mit Korn als ausdrücklicher Ausnahme
Korn en Kornbrand Korn mindestens 32 Volumenprozent, Kornbrand mindestens 37,5 Volumenprozent
Herkunftsgebiet Korn Deutschland, Österreich oder die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens
Likör Mindestens 15 Volumenprozent und mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter, ausgedrückt als Invertzucker
Niedrigere Zuckergrenzen 70 Gramm pro Liter bei Kirschlikör, 80 Gramm bei Likör mit Enzian oder Wermut

Was bedeutet das Wort Schnaps?

Schnaps ist ein umgangssprachliches deutsches Wort für Spirituosen und kommt in Anhang I der Verordnung (EU) 2019/787 nicht als gesetzliche Bezeichnung vor.

In diesem Anhang stehen die Kategorien, die ein Hersteller auf dem Etikett angeben muss: von Rum und Whisky über Obstbrand und Getreidebrand bis zum Likör. Jede Kategorie stellt eigene Anforderungen an den Rohstoff, an den Mindestalkoholgehalt und daran, was an Zucker, Farbstoff oder Aroma zugesetzt werden darf. Das Wort Schnaps steht in keiner dieser Listen und sagt daher nichts über die Zusammensetzung. Ein Hersteller darf es dennoch auf die Flasche oder in den Markennamen setzen. Die gesetzliche Bezeichnung steht immer daneben, oft in kleineren Buchstaben unter dem Markennamen, und an dieser Bezeichnung erkennen Sie, was die Flasche erfüllen muss.

Welche gesetzliche Bezeichnung gehört zu einem Schnaps aus Obst?

Ein destillierter Obstschnaps fällt rechtlich unter Obstbrand, eine Kategorie mit mindestens 37,5 Volumenprozent Alkohol.

Obstdestillat wird hergestellt, indem frisches, fleischiges Obst oder dessen Maische vergoren und destilliert wird. Jede Destillation erfolgt bei weniger als 86 Volumenprozent, damit Geruch und Geschmack des Rohstoffs im Destillat erhalten bleiben. Der Gehalt an flüchtigen Stoffen beträgt mindestens 200 Gramm pro Hektoliter Alkohol von 100 Volumenprozent, und bei Steinobst gilt eine Grenze für Blausäure von 7 Gramm pro Hektoliter Alkohol von 100 Volumenprozent. Die Bezeichnung nennt die Frucht: Kirschdestillat darf auch Kirsch heißen und Pflaumendestillat Sliwowitz. Für Obstler gilt eine eigene Bedingung, nämlich dass mindestens 85 Prozent der Maische aus verschiedenen Sorten Äpfeln, Birnen oder beidem bestehen.

Was sind Korn und Kornbrand?

Korn und Kornbrand sind Getreidedestillate mit geschützter geografischer Angabe, die in Deutschland, Österreich oder der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens hergestellt werden müssen.

Für Getreidedestillat im Allgemeinen gilt in der Verordnung (EU) 2019/787 ein Minimum von 35 Volumenprozent, mit Korn als ausdrücklicher Ausnahme. Korn darf ab 32 Volumenprozent abgefüllt werden, Kornbrand ab 37,5 Volumenprozent. Das Destillat stammt ausschließlich von ganzen Getreidekörnern: Weizen, darunter die alten Sorten Dinkel, Einkorn und Emmer, ferner Roggen, Gerste, Hafer oder Buchweizen. Es darf kein Alkohol zugesetzt werden, und Aromen sind nicht zulässig. Süßen ist nur zum Abrunden des Geschmacks erlaubt, bis höchstens 10 Gramm Süßungsmittel pro Liter, ausgedrückt als Invertzucker. Ein Korn ist damit ein trockenes Getreidegetränk, auch wenn die Flasche als Schnaps bezeichnet wird.

Wann ist ein Schnaps laut Gesetz ein Likör?

Ein Schnaps ist rechtlich ein Likör, sobald die Flasche mindestens 15 Volumenprozent Alkohol und mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter enthält, ausgedrückt als Invertzucker.

Likör wird aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, aus einem Destillat oder aus einem oder mehreren Spirituosen hergestellt, gesüßt und mit Aromen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder anderen Lebensmitteln aromatisiert. Für zwei Gruppen liegt die Zuckergrenze niedriger: 70 Gramm pro Liter bei Kirschlikör, dessen Alkohol ausschließlich aus Kirschdestillat stammt, und 80 Gramm pro Liter bei Likör, der nur mit Enzian, einer vergleichbaren Pflanze oder Wermut aromatisiert ist. Darin liegt der Unterschied zu einem destillierten Schnaps: Dieser bezieht seinen Geschmack aus dem destillierten Obst oder Getreide selbst, während ein Likör diesen Geschmack durch Zusätze und Zucker erhält.

Warum unterscheiden sich die Alkoholgehalte im Regal so stark?

Auf dem Etikett bestimmt die gesetzliche Kategorie die Untergrenze, und weil als Schnaps verkaufte Flaschen in verschiedene Kategorien fallen, gehen die Prozentsätze stark auseinander.

Im Geschäft am Brink 2 in Bathmen umfasst das Likörregal 781 Artikel. Davon kommen 47 Flaschen aus Deutschland mit einem Alkoholgehalt zwischen 14 und 45 Prozent; die gemessene Spanne innerhalb dieser Gruppe reicht von 15 bis 40 Prozent. Flaschen, deren Name buchstäblich das Wort Schnaps trägt, gibt es drei. Alle drei stammen vom selben niederländischen Hersteller und alle drei stehen bei 14,5 Prozent. Diese letzte Zahl bezieht sich auf den Namen auf dem Etikett, nicht auf die rechtliche Kategorie. Eine Flasche kann ein Obstdestillat oder ein Likör sein, ohne dass das Wort Schnaps darauf steht, und umgekehrt sagt dieses Wort nichts über die Stärke.

Aus dem Laden in Bathmen

Welche deutschen Liköre gibt es in Bathmen?

Im Geschäft in Bathmen stehen 47 deutsche Liköre von 15 verschiedenen Marken. Die Preise reichen von € 1,75 bis € 29,99. Der Alkoholgehalt reicht von 15% bis 40%.

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Kurze Antwort

Kurze Antworten auf verwandte Fragen

Wie viel Alkohol steckt mindestens in einem Obstdestillat?
Mindestens 37,5 Volumenprozent. Das ist die Untergrenze, die die Verordnung (EU) 2019/787 für die Kategorie Obstspirituose festlegt.
Was ist der Unterschied zwischen Korn und Kornbrand?
Korn darf ab 32 Volumenprozent Alkohol abgefüllt werden, Kornbrand ab 37,5 Volumenprozent. Beides sind Getreidedestillate aus Deutschland, Österreich oder der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.
Wann darf eine Flasche als Likör bezeichnet werden?
Ab 15 Volumenprozent Alkohol und 100 Gramm Zucker pro Liter, ausgedrückt als Invertzucker. Bei Kirschlikör sind es 70 Gramm und bei Likör auf Enzian- oder Wermutbasis 80 Gramm.
Gibt es ein niederländisches Pendant zum Schnaps?
Nicht unter diesem Namen. Das Warenwetbesluit Gereserveerde aanduidingen legt in den Niederlanden aber eigene Bezeichnungen fest, wie Korenwijn, Advocaat, Vieux, Brandewijn und Likorette.

Begründung

Quellen

  1. Verordening (EU) 2019/787 betreffende gedistilleerde dranken, EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (abgerufen am 2026-09-28)
  2. Regulation (EU) 2019/787, Annex I: categories of spirit drinks, legislation.gov.uk, The National Archives (abgerufen am 2026-09-28)
  3. Korn en Kornbrand, Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (abgerufen am 2026-09-28)
  4. Warenwetbesluit Gereserveerde aanduidingen, Overheid.nl (abgerufen am 2026-09-28)
  5. Eisen etiketten gedistilleerde dranken, SpiritsNL (abgerufen am 2026-09-28)

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